,Grünes‘ Bauen in der Praxis - Teil 2

Auszug aus dem BDB-INGENIEURBLATT 3/2017
zum Thema ,grünes' Bauen in der Praxis - Teil 2

Bild: Bilanzräume - von Dr. Peter Rademacher

Bilanzräume - wozu ist das gut

Berechnungen zu Wirtschaftlichkeit von Maschinen / Anlagen sind sehr davon abhängig, was genau bei der Berechnung berücksichtigt wird, was nicht. Das wird aber leider bei den vielen Laien, welche bei der Energiewende mitreden, nicht beachtet. Der VDMA etwa, aber auch jedes Buch über Betriebswirtschaft haben hierzu Modelle wie Bilanzräume oder die Vollkostenrechnung geschaffen. Es sollen möglichst alle Kosten, die für das Projekt wesentlich sind, berücksichtigt werden. Der Gaszähler an der gelben Leitung im Heizraum allein ist zur Beurteilung eines Heizsystems ungeeignet.

Der Hersteller eines Heizkessels beurteilt diesen auf seinem Prüfstand, also der schwarze Kreis. Klar beschrieben ist das ein sinnvoller Bilanzraum. Aber für die Auswahl eines Heizsystems reicht es nicht.

Auch der orange Kreis ist im Prinzip mit Heizkörpern, die Summe der Herstellkosten. Das sind aber nicht alle Kosten. Ab der Nutzphase kommt der Serviceman, mit ihm eine Rechnung. Erst der grüne Kreis beurteilt ein Heizsystem richtig, wenn man einen geeigneten Zeitraum (15 Jahre z.B.) nimmt.

Jetzt kann man verschiedene Heizarten, also Gas, Öl, WP (Wärmepumpen), IR miteinander vergleichen. Derzeit fehlen aber für diese Untersuchung längerfristige Messdaten. Bei Neubau sind aufwendig Pellets, danach Öl, Gas. Günstiger sind WP und IR. Diese Betrachtungen basieren auf dem grünen Bilanzraum.

Design ist möglich

Die klassische Heizung mit Heizkörpern ist nicht immer besonders ästhetisch. Eine Fussbodenheizung ist in hoch gedämmten Häusern nur schwer regelbar.
Mit Infrarot Heizung sind dies keine Probleme, denn die Panele (das Heizelement) ist im Spiegel eingebaut. Es stört kein Heizkörper, regelbar ist kein Thema, da mit Strom schnell geschaltet werden kann. Auch beschlägt der Spiegel nicht mehr.

Sanierungsfälle Heizung - elegant lösen

Wenn das Haus nach dem Krieg gebaut wurde, ist die Lebens- dauer der Heizanlage oft erreicht. Das kann teuer werden, denn der Bewohner muss oft ins Hotel, die Heizrohre ersetzen ist ein Alptraum.

Ein IR-Heizsystem einbauen ist hier denkbar einfach. Die Heizpanele ist an Strom angeschlossen. Entweder arbeitet man mit kleinen Schlitzen für die 220 V Leitung, oder man setzt spezielle Fussleisten ein. Es mag auch einen Raum geben, den man schon immer renovieren wollte. Dann sind dies aber nur die Elektroleitungen, die man neu einbauen muss. Danach kann renoviert werden. Damit ist man relativ schnell fertig.

Auch wäre es denkbar eine Notlösung mit offen verlegten Elektroleitungen durchzuführen, die später unter Putz kommen. Dadurch funktioniert die Heizung in wenigen Tagen jedenfalls wieder. Meist ist der Notfall ja mitten im Winter.

Graue Energie - mit IR im grünen Bereich

Der Sanierungsfall zeigt deutlich, dass die deutlich kleinere Herstellenergie der Hardware, also die graue Energie mit dem Einsatz einer IR-Heizung günstig liegt. Das nutzt der Volkswirtschaft. Leider berücksichtigt die ENEV das nicht. Der Name der Verordnung ist trügerisch.

Der ganze Artikel von Dr. Peter Rademacher erhalten Sie hier mit allen Bildern -Seiten 19-21: http://www.bdb-bw.de/storages/BDB-Baden-Wuerttemberg/ingenieurblatt/170904_IngenieurblattBW-3-17_WEB.pdf