Umrüsten von Nachtspeicherheizung auf Infrarotheizung


Wohlige Wärme aus der Steckdose, und das zu einem günstigen Preis. Die Idee ist nicht neu. Bereits seit den 1950er Jahren gibt es Heizlösungen, die auf die Nutzung von elektrischem Strom beruhen. Der neueste Trend ist die Infrarotheizung. Deutlich effizienteres Heizen sowie günstigere Energiewerte bei der Heizlastberechnung machen diese Anlagen für viele interessant. Im Folgenden wollen wir dieses System mit der zuvor üblichen Lösung durch Nachtspeichergeräte vergleichen.

Funktionsweise der Nachtspeicherheizung

die ursprüngliche Idee dieses Heizungssytems war es, preisgünstigere Alternativen zu Öl- und Kohleheizungen zu schaffen. Ein Wärmespeicher wird über Nacht mittels Strom aufgeheizt. Zur Entstehungszeit dieser Systeme war der Strompreis nachts günstiger als am Tage. Tagsüber kann die Wärme dann je nach Bedarf abgerufen werden. Der Heizkörper erwärmt die Umgebungsluft und erhöht damit die allgemeine Raumtemperatur.

Funktionsweise der Infrarotheizung

Dieses Heizungssystem beruht auf dem Prinzip der Wärmewellenverteilung. Anders als herkömmliche Heizungen erwärmt sie nicht die Raumluft, sondern direkt menschliche Körper und Gegenstände im Raum. Dadurch entsteht eine sehr direkt wahrnehmbare Wärme, die von im Raum befindlichen Gegenständen reflektiert wird.

Unterschied Nachtspeicherheizung und Infrarotheizung

Während beide Systeme auf dem ersten Blick ähnlich arbeiten, indem sie Wärme durch Strom erzeugen, unterscheiden sie sich doch sehr. Das Nachtspeichersystem erwärmt wie herkömmliche Heizungen auch die umgebende Raumluft. Die Infrarotheizung hingegen erwärmt Mensch und Gegenstände der Umgebung sofort und direkt. Zu Vergleichen ist der Effekt mit einer direkten Sonneneinstrahlung. Begibt man sich in den Schatten, kommt es einem deutlich kühler vor, obwohl die Lufttemperatur sich nicht geändert hat.

Nachteile der Nachtspeicherheizung

Der ehemals größte Vorteil dieses Systems ist seit 2007 nicht mehr gegeben. Bis dahin wurde Nachtstrom steuerlich subventioniert. Das ist nun nicht mehr der Fall. Außerdem ist die Kapazität der Wärmespeicher begrenzt. Das heißt, dass die gespeicherte Wärme an kalten Tagen eventuell nicht ausreicht. An manchen Tagen braucht man möglicherweise gar nicht die gesamte Heizleistung, da die Witterung unerwartet mild ausfällt. Trotzdem muss man die Wärme dann über geöffnete Fenster und Türen ableiten. Die investierte Energie ist vergebens aufgebracht worden. Ein weiterer Nachteil ist, dass viele der Heizkörper noch krebserregenden Asbest beinhalten. Ab 2020 dürfen Systeme, die vor 1990 in Betrieb genommen wurden gar nicht mehr verwendet werden.
Durch Zirkulation von warmer und kalter Luft wird die Atmosphäre im Raum sehr trocken und Staub vermehrt aufgewirbelt. Ungünstig für Allergiker.

Diese Nachteile haben dem Heizungssystem ein sehr schlechtes Image eingebracht. Das wirkt sich sogar verkaufshemmend für Immobilien mit dieser Heizungslösung aus.

Infrarotheizung Vorteile

Effizient Heizen ist das Motto dieses Systems. Die eingesetzte Energie wird fast zu 100 % genutzt. Schließlich muss nicht erst die gesamte Luft im Raum erwärmt werden. Zurecht spricht man hier von der günstigen Infrarotheizung. Vergleicht man beide Systeme mit einem Heizkostenrechner, stellt man eine Ersparnis von 50 % bei der Verwendung der Infrarotheizung fest. Häufig werden Häuser, die eine Nachtspeicherlösung beinhalten, dementsprechend gebaut. Das bedeutet, dass oftmals gar nicht erst ein Heizungsrohrsystem vorgesehen ist. Soll nun die Heizung umgestellt werden, fehlt es an der Infrastruktur. In dem Fall sollte man unbedingt auf Infrarotheizungen umrüsten. Sie benötigt nur einen elektrischen Anschluss. Die Leitungen dafür sind in jedem Haus vorhanden.

Vergleich zwischen Infrarotheizung und Nachspeicherheizung bei einem Einfamilienhaus

Optische Highlights

Während alte Nachtspeichergeräte eher störend und unschön ihren Platz im Wohnraum einnehmen, haben Infrarotheizungen einen echten Desginvorteil. Sie sind unscheinbar als flache Platten unter der Decke oder an Wänden angebracht. Sie können als Bilderrahmen mit Fotos oder Kunstwerken gestaltet werden. Auch als Wandspiegel trifft man sie z.B. im Bad an.

Infrarotsysteme sind die elektrischen Heizungen der Zukunft. Sie arbeiten effizient, sind günstig in der Umrüstung und sorgen für ein deutlich angenehmeres Wohnklima.